KZ DachauSinti und RomaJunge Menschen

Workshops / Arbeitsgruppen

Mehrtägige Studienprogramme am Max Mannheimer Studienzentrum beinhalten in der Regel ein AG-Angebot. Die Workshops ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten der NS-Zeit. Bei unseren Arbeitsgruppen legen wir Wert darauf, dass der Bezug zum konkreten Ort des KZ- Dachau im Mittelpunkt steht und die Themen handlungsorientiert, multiperspektivisch und mit größtmöglicher Methodenvielfalt vermittelt werden. Ziel ist es, eine individuelle Herangehensweise an die Thematik zu fördern. Die Auswahl der Workshops erfolgt in Absprache zwischen dem Max Mannheimer Studienzentrum und den Gruppen.

Unser Workshopangebot umfasst folgende Themen:

> Alltag im KZ Dachau

beschäftigt sich mit den Lebensbedingungen im Konzentrationslager Dachau. Die Teilnehmenden setzen sich mit den individuellen Strategien des Überlebens und den vielfältigen Formen des Zusammenlebens im Lageralltag auseinander. Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie sich die Lebensbedingungen in den zwölf Jahren des Bestehens des KZ Dachau veränderten und wie stark sie jeweils von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Häftlingsgruppe abhängig waren.
Dauer: 3 – 7 Stunden
Altersgruppe: ab 15 Jahren

> Alltag im KZ im Spiegel von Bildern und Berichten

bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit sich quellenkritisch mit Bildern und Zitaten zum Alltag im Konzentrationslager Dachau sowie in den Außenlagern auseinanderzusetzten. Die Teilnehmenden präsentieren sich gegenseitig ihre Ergebnisse im Rahmen eines Rundgangs in der KZ-Gedenkstätte.
Dauer: 3 – 4 Stunden
Altersgruppe: 14 – 17 Jahre

> Außenlager

gibt Einblick in die Geschichte des Außenlagersystems des Konzentrationslagers Dachau. Am Beispiel der Geschichte von vier Außenlagern setzen sich die Teilnehmenden mit den unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Außenlagern auseinander. Darüber hinaus lernen sie verschiedene Lebensgeschichten von ehemaligen Häftlingen der Außenlager kennen.
Dauer: 3 – 5 Stunden
Altersgruppe: ab 16 Jahren

> Bilder vom KZ – das KZ im Bild

ermöglicht den Teilnehmenden, sich dem Konzentrationslager und der heutigen Gedenkstätte auf der visuellen Ebene zu nähern. Mit Bildanalysen wird zunächst die visuelle Konstruktion des Konzentrationslagers sowohl von Täter- als auch von Häftlingsseite analysiert. Anschließend kann mit Digitalkameras und Bildbearbeitung der eigene Blick auf die Gedenkstätte kreativ erarbeitet werden.
Dauer: 4 – 7 Stunden
Alle Altersgruppen

> Biografien von KZ-Häftlingen

ermöglicht es den Teilnehmenden, sich mit einzelnen Häftlingsschicksalen auseinanderzusetzen. Verschiedene Dokumente wie etwa autobiografische Zeugnisse, Fotografien, private und amtliche Korrespondenzen und Erinnerungstexte erschließen multiperspektivisch das Schicksal einer Person während der Zeit des Nationalsozialismus und auch darüber hinaus.
Dauer: 2 – 4 Stunden
Alle Altersgruppen

> Das Unvorstellbare darstellen –
Konzentrationslager im Spielfilm

analysiert medienkritisch die Darstellung von Konzentrationslagern in ausgewählten Spielfilmsequenzen. Die Jugendlichen setzen sich auf diese Weise kritisch mit der Entstehung ihres eigenen Geschichtsbildes der Zeit des Nationalsozialismus auseinander und hinterfragen fiktive Präsentationsformen.
Dauer: 2 – 4 Stunden
Alle Altersgruppen

> Erinnerungskultur

lädt die Teilnehmenden ein, den Begriff „Erinnerungskultur“ zu hinterfragen und über Erinnerungspraktiken und deren Bedeutungen zu diskutieren. Am Beispiel der Geschichte der KZ-Gedenkstätte Dachau sowie an Debatten in Deutschland von 1945 bis heute wird Erinnerung als ein sich verändernder, von verschiedenen AkteurInnen gestalteter und von Konflikten geprägter Prozess deutlich.
Dauer: 3 – 4 Stunden
Altersgruppe: ab 16 Jahren

> Filmische Reflexion – Handyclips

bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über kurze Videoclips kreativ mit ihrem Blick auf die KZ-Gedenkstätte auseinanderzusetzen. Die Videos können im Medienlabor geschnitten und gegebenenfalls mit Musik unterlegt werden. Gerne kombinieren wir diese Methode mit anderen AGs und bieten unseren Teilnehmenden so eine zeitgemäße und kreative Methode zur Beschäftigung mit Geschichte und Erinnerungskultur.
Dauer: 5 – 7 Stunden
Alle Altersgruppen

> Gedenken und Erinnerung durch Denkmäler

lädt die Teilnehmenden ein, sich sowohl analytisch als auch kreativ mit der materiellen und greifbaren Seite der Erinnerungslandschaft zu beschäftigen. In Kleingruppen beschäftigt man sich zunächst mit ausgewählten Denkmälern in der KZ-Gedenkstätte und nähert sich so der Geschichte des Umgangs mit dem Nationalsozialismus an. Anschließend können die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Materialien eigene Denkmäler, z.B. zu einem Außenlager in der Nähe des Heimatortes, gestalten.
Dauer: 3 – 4 Stunden
Alle Altersgruppen

> Hörbeiträge

ist eine Präsentationsmethode, mit der die Teilnehmenden mit Hilfe einfach zu bedienender Aufnahmetechnik kurze Audiofeatures herstellen können. Dabei kann gegebenenfalls auch auf bereits vorhandene Materialsammlungen zurückgegriffen werden, in denen sich eine Vielzahl von multiperspektivischen Quellen findet, aus denen ein Hörbeitrag erstellt werden kann. Die Methode kann mit vielen unserer anderen AG-Angebote kombiniert werden und bietet so eine multimediale Form der Ergebnissicherung.
Dauer: 5 – 8 Stunden
Altersgruppe: ab 16 Jahren

> Jugend im Nationalsozialismus

beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten des Jugendlichseins in der Zeit des Nationalsozialismus. Kriterien der „angepassten Jugend“, der „verfolgten Jugend“ und der „Jugend im Widerstand“ werden anhand von exemplarischen Biografien herausgearbeitet und vor dem Hintergrund gegenwärtiger Jugendkultur diskutiert.
Dauer: 3 – 4 Stunden
Altersgruppe: 14 – 17 Jahre

> Kreatives Schreiben

ist eine Form der kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema, die sich in Verbindung mit einem vertieften Gedenkstättenbesuch anbietet. Hierbei können die Teilnehmenden ihre individuellen Eindrücke auswerten und sich durch verschiedene Schreibimpulse und Schreibformen intensiv mit der Gedenkstätte auseinandersetzen.
Dauer: 2 – 4 Stunden
Altersgruppe: ab 15 Jahren

> Kunst als Überlebensmittel

beschäftigt sich mit den von KZ-Häftlingen bzw. Überlebenden des KZ Dachau angefertigten Kunstwerken, Musikstücken und Gedichten aus dem Konzentrationslager Dachau sowie der im Auftrag der SS angefertigten Kunst. In Kleingruppen setzen sich die Teilnehmenden zunächst mit den Kunstwerken auseinander, wodurch sie auch die Lebensbedingungen der Häftlinge besser kennenlernen. Abschließend kann das Thema kreativ ausgewertet werden.
Dauer: 4 – 7 Stunden
Altersgruppe: ab 15 Jahren

> Menschenbild und
‚Euthanasie‘verbrechen in der NS-Zeit

beschäftigt sich mit dem Menschenbild der Nationalsozialisten und der Geschichte der Zwangssterilisationen und des Massenmords an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen während des Nationalsozialismus. Die Teilnehmenden setzen sich u.a. mit individuellen Lebensgeschichten und Selbstzeugnissen von betroffenen Menschen auseinander. Auch die kritische Analyse von Täterquellen ist Teil des Workshops.
Dauer: 4 – 7 Stunden
Altersgruppe: ab 16 Jahren

> Muss das denn so laut sein?

fragt die Überlebende Esther Bejarano am Ende der Aufnahmen für die Platte „per la vita“, die sie gemeinsam mit der Kölner Hip Hop-Band Microphone Mafia eingespielt hat. „Per la vita“ ist mehr als eine CD. Es ist ein Projekt zwischen Generationen, Musikstilen und Religionen, das trotzdem ein gemeinsames Ziel hat: Musik gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung. Musik für das Leben – per la vita.
Anhand einzelner Lieder und der Entstehungsgeschichte des Projekts wird gemeinsam diskutiert, warum es den Musiker/inne/n wichtig ist, genau diese Art von Musik mit genau diesen Inhalten zu machen. Es wird besprochen, wie die Erfahrungen der Musiker/innen mit Ausgrenzung und Rassismus einfließen. Zudem diskutieren wir gemeinsam, warum es wichtig ist, sich eine Vorstellung von der Welt zu machen, in der man leben will und welche Handlungsspielräume für Veränderungen jeder einzelne hat.
Dauer: 2 – 4 Stunden
Alle Altersgruppen

> Rechtsextremismus heute

setzt sich mit aktuellen rechtsextremen Einstellungsmustern und Erscheinungsformen auseinander. Damit soll zum einen die Sensibilität dafür erhöht werden, rechtsextreme Äußerungen und neonazistische Codes als solche zu erkennen. Zum anderen sollen aber auch gemeinsam Handlungsoptionen und mögliche Strategien gegen Rechtsextremismus vorgestellt, erprobt und diskutiert werden.
Dauer: 2 – 4 Stunden
Altersgruppe: ab 15 Jahren

> Sinti und Roma in Dachau

beschäftigt sich mit dem Schicksal dieser Häftlingsgruppe, deren Verfolgung und Vernichtung in der deutschen Erinnerungslandschaft lange Zeit keine besondere Rolle spielte. Anhand von ausgewählten Häftlingsschicksalen und Fotodokumenten wird die Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland vom „Dritten Reich“ bis in die Gegenwart betrachtet.
Dauer: 3 – 7 Stunden
Altersgruppe: ab 16 Jahren

> Stadt und Lager

geht beispielhaft den Beziehungen zwischen der Stadt Dachau und dem Konzentrationslager nach. Eine Spurensuche vor Ort zeigt die Anknüpfungspunkte und Beziehungen zwischen den Bürger/inne/n der Stadt und der SS sowie zwischen den Dachauer/inne/n außerhalb des Lagers und den damaligen KZ-Inhaftierten auf. Auch das gegenwärtige Verhältnis der Dachauer Bevölkerung zur Geschichte des Ortes kommt zur Sprache. Diese Themenkomplexe werden exemplarisch analysiert und mit der Geschichte der jeweiligen Wohnorte der Teilnehmenden in Verbindung gesetzt.
Dauer: 3 – 7 Stunden
Alle Altersgruppen

> Und danach? Vergangenheit, die nicht vergeht

thematisiert die Frage, was mit den Opfern des NS-Regimes nach Kriegsende passiert ist. Wie sehen die psychischen Folgen des Erlebten aus? Wie sind Überlebende mit ihren Erfahrungen umgegangen? Dieser Workshop zeigt zudem auf, welche Auswirkungen der Nationalsozialismus bis heute auf die zweite und dritte Nachkriegsgeneration hat.
Dauer: 3 – 4 Stunden
Alle Altersgruppen

> Verfolgung und NS-Ideologie

beschäftigt sich mit der Verfolgung im Alltag und dem Terror im Konzentrationslager gegenüber den verschiedenen (Häftlings-)„Gruppen“. Anhand von kurzen wissenschaftlichen Texten und Dokumenten wie etwa amtlichen Quellen werden verschiedene Aspekte der nationalsozialistischen Ideologie als Grundlage von Ausgrenzung und Terror analysiert. Die Teilnehmenden setzen sich darüber hinaus mit verschiedenen Lebensgeschichten verfolgter Menschen auseinander.
Dauer: 4 – 7 Stunden
Altersgruppe: ab 16 Jahren