PfadfinderGESCHICHTEn in Polen und Deutschland – Vortreffen in München

PfadfinderGESCHICHTEn in Polen und Deutschland – Vortreffen in München

Für unser kommendes Studienseminar „PfadfinderGESCHICHTEn in Polen und Deutschland“ laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Schon im Mai waren die drei Leiter_innen in Danzig, um das Programm zu planen. Dazu wurden das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig (Muzeum II Wojny Światowej) und das Muzeum Stutthof/Stutthof Museum besucht, die beide auch Teil des Begegnungsprogramms sein werden.

Im Juni haben sich die Teilnehmer_innen der deutschen Gruppe in München getroffen, um sich auf die Begegnung im September vorzubereiten. Hier standen die Geschichte der bündischen Jugendbewegung und der Pfadfinderschaften nach 1945 im Mittelpunkt, sowie die Frage, welche Rolle Geschichtsvermittlung in Gruppenstunden, auf Lagern oder bei der Ausbildung von Leiter_innen in den eigenen Verbänden spielt.

In Danzig werden die Teilnehmer_innen aus Deutschland und Polen gemeinsam überlegen, wie die Geschichte von Nationalsozialismus, Holocaust und zweitem Weltkrieg noch stärker implementiert werden könnte.

Auftakt im Projekt „Diversität, Erinnerung, Geschichte“

Auftakt im Projekt „Diversität, Erinnerung, Geschichte“

Zum 1. Juli startete das von der Stiftung EVZ geförderte Projekt „Diversität, Erinnerung, Geschichte – Ausbildung von Multiplikator*innen für eine heterogene Gesellschaft“, in dem das Max Mannheimer Studienzentrum gemeinsam mit seinen Partner_innen einen Ausbildungskurs für Rundgangsleiter_innen an der KZ-Gedenkstätte Dachau organisiert. Zu Beginn fanden zwei Zukunftswerkstätten statt, in denen gemeinsam mit den aktuell aktiven Referent_innen der KZ-Gedenkstätte über die bisherige Ausbildung nachgedacht wurde. Es wurden an den Abenden zunächst Kritikpunkte gesammelt, um anschließend zusammen zu überlegen, wie Verbesserungen – auch im Sinne der allgemeinen Projektziele – erreicht werden könnten. Die vielen Vorschläge für die Ausbildung in Dachau, wie auch kritischen Nachfragen zum Projekt, wurden vom Projektteam dankbar aufgenommen und fließen in die weitere Planung mit ein. Aktuell schreiben wir an der Ausschreibung für den Kurs, der im November beginnen wird und über den hier auch weiterhin berichtet werden soll.

Steffen Jost

Workshopreihe zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

Workshopreihe zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

Nach dem erfolgreichen Auftakt 2016 fand von März bis Mai 2017 erneut eine Veranstaltungsreihe, gemeinsam organisiert vom Max Mannheimer Studienzentrum und dem Kreisjugendring Dachau, zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in der Jugend- und Bildungsarbeit statt. Das Thema der diesjährigen Workshopreihe war die Auseinandersetzung mit Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Die Reihe fand im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Dachau“, die vom Förderprogramm „Demokratie leben!“ des BMFSFJ gefördert wird, statt. Durch das aktuell verstärkte Auftreten von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und damit verbundenen Ausgrenzungen im gesellschaftlichen Leben und auch in der Netzwelt, steht die pädagogische Arbeit vor neuen Herausforderungen. Vorurteile und Hass, die durch die vermehrte Normalisierung von rechten Stimmen in politischen Debatten geschürt werden, führen zu Anfeindungen und Ausgrenzungen in Politik und Alltag.

Den ersten Workshop leitete Referentin Carolin Küppers von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld zum Thema „Homo- und Trans*feindlichkeit – Erscheinungsformen und Möglichkeiten der Intervention“. Die Teilnehmenden konnten hier zunächst Begrifflichkeiten zum Thema klären und sich darüber austauschen in welcher Form sie in ihrer Arbeit oder im Alltag mit Formen von Homo*- und Trans*feindlichkeit konfrontiert sind. Anschließend wurde über Lösungsansätze für beispielhafte Situationen diskutiert. Der Workshop bot den Teilnehmenden vor allem viel neues Wissen zum Thema und zeigte gleichzeitig Lösungsansätze und Handlungsmöglichkeiten gegen Diskriminierungen auf.

Im zweiten Workshop am 4. April ging es um das Thema „Ist das Social Web 2.0 ‚rechts‘? Über Strategien rechtsextremer im Netz und was dagegen getan werden kann“. Referentin Christina Dinar, Leiterin des Projekts debate – für digitale demokratische Kultur (ehemals No-Nazi-Net), präsentierte den Teilnehmenden zunächst das Auftreten und verschiedene Strategien von Rechtsextremen im Netz. Anschließend konnten alle in einem stillen Schreibgespräch und Diskussionen selbst Gegenstrategien zu „Hatespeech“ entwickeln.

Der dritte Workshop aus unserer Reihe fand am 9. Mai unter dem Titel „Das Sprechen über den Islam zwischen antimuslimischem Rassismus und demokratischer Kritik“ statt. Referent war diesmal Dr. Floris Biskamp, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel, der sich auch in seiner Forschung mit antimuslimischem Rassismus und seinen Ausdrucksformen beschäftigt. Diskutiert wurde vor allem darüber, wann Islamfeindlichkeit anfängt und wie man sich selbst gegenüber Problemen innerhalb des Islams positionieren sollte ohne Muslim_innen zu diskriminieren.

Auch im nächsten Jahr soll es wieder eine Workshopreihe für Multiplikator_innen in Zusammenarbeit mi dem KJR Dachau geben.

 

Ausstellung Zeugen für Menschlichkeit

Ausstellung Zeugen für Menschlichkeit

Vom 22. Mai bis zum 17. Juni gibt es eine Ausstellung mit dem Titel „Zeugen für Menschlichkeit – Christlicher sudetendeutscher Widerstand 1938-1945“ im Max-Mannheimer-Haus. Die Ausstellung der Ackermann-Gemeinde zeigt, mit einer kurzen Unterbrechung über das Pfingstwochenende, zehn Lebensbilder von Priestern, Ordensfrauen und Laien, die sich gegen das NS-System gestellt und ihr Leben in Konzentrationslagern oder in Hinrichtungsstätten verloren haben.

Sie knüpft damit an Initiativen früherer tschechischer Regierungen an. Erstmals wurde die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Sdružení Ackermann-Gemeinde und der Tschechischen Christlichen Akademie entstand, anlässlich der Seligsprechung von Pater Engelmar Unzeitig CMM im September 2016 in Würzburg präsentiert.

Zusammen mit der Ackermann-Gemeinde und der Katholischen Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau wird es außerdem verschiedene Veranstaltungen zu der Ausstellung geben.

Am 30. Mai 2017 um 19 Uhr gibt es einen Vortrag über den im September 2016 selig gesprochenen Pater Engelmar Unzeitig CMM. Der aus Greifendorf bei Zwittau stammende, als Hubert Unzeitig geborene und mit 23 Jahren bei den Mariannhiller Missionaren eingetreten Pater Engelmar wird 1941 von der Gestapo verhaftet und in das KZ Dachau überstellt. 1945 geht er freiwillig in die Typhusbaracken, wird infiziert und stirbt. Von vielen Kameraden wird er wegen seiner besonders zugewandten Lebens- und Glaubenshaltung als ein Trost und Bote der Liebe Gottes inmitten der „Welt ohne Gott“ gesehen. Pater Dr. Hubert Wendl CMM wird das Leben und Wirken und das Vermächtnis Pater Engelmars würdigen.

Ein weiterer Vortrag mit dem Titel „Nicht alle wollten ‚heim ins Reich'“ von Historiker Dr. Otfrid Pustejovsky findet am 13. Juni 2017 statt. Beginn ist um 19 Uhr. Im Anschluss an den Vortrag gibt es eine Einführung in die Ausstellung durch den Bundesgeschäftsführer des Ackermann-Gemeinde Matthias Dörr.

Und zum Fronleichnamsfest am 15. Juni 2017 gibt es nach einem Gottesdienst im Karmel Heilig Blut (Beginn 9 Uhr) und eine Fronleichnams-Prozession auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte eine Finissage der Ausstellung im Max-Mannheimer-Haus.

Die Veranstaltungen finden im Max-Mannheimer-Haus statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zweites Deutsch-Griechisches Jugendforum in Thessaloniki

Zweites Deutsch-Griechisches Jugendforum in Thessaloniki

Seit 2013 wird an der Gründung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks gearbeitet. Auch wenn dieses erst in zwei bis drei Jahren realisiert werden wird, sind die Bemühungen um eine engere Zusammenarbeit der beiden Länder bereits jetzt intensiviert worden.

Aus diesem Grund fand Anfang März das 2. Greek-German Youth Forum statt, bei dem in Thessaloniki fast 100 Multiplikator_innen und Ministeriumsmitarbeiter_innen beider Länder für drei Tage zusammenkamen. Auch das Max-Mannheimer-Studienzentrum möchte in seinen internationalen Programmen in Zukunft mit griechischen Partnerorganisationen zusammenarbeiten und hat die Gelegenheit des Jugendforums genutzt, um diese voranzutreiben.

Während der Veranstaltung konnten wir einen spannenden Einblick in die schwierige Situation der Jugendlichen in Griechenland gewinnen und viele neue Kontakte knüpfen. Leider wurde das Thema historisch-politischer Bildung kaum behandelt, ebenso wie man es von offizieller deutscher Seite peinlichst vermied, über die von der Bundesregierung noch immer verweigerten Reparationszahlungen an das im zweiten Weltkrieg von der deutschen Armee mit Terror überzogene Land zu sprechen. In den ab 2018 geplanten Studienseminaren und Jugendbegegnungen zu historischen Themen werden wir versuchen, auch hier einen Dialog zwischen deutschen und griechischen Teilnehmer_innen zu etablieren. Geplant sind u.a. ein Multiplikator_innen-Austausch zur historischen Bildungsarbeit, Kunstworkshops mit Sinti und Roma aus Deutschland und Griechenland sowie eine Begegnung von Gruppenleiter_innen deutscher und griechischer Pfadfinder_innenverbände.

Viele Fotos und ausführliche Berichte vom Jugendforum gibt es außerdem auf der Seite des Portals Agora Youth unter: https://agorayouth.com/

Jugendgästehaus wird Max Mannheimer Haus

Vergangenes Jahr am 17. November fand bei uns im Haus die Gedenkveranstaltung zum Tod von Max Mannheimer statt. Der Vorstand der Stiftung Jugendgästehaus Dachau hat im Rahmen dieser Feier seine Entscheidung bekanntgegeben, zu Ehren von Max Mannheimer den Namen des Jugendgästehauses Dachau in Max Mannheimer Haus zu ändern.

„Max Mannheimer hinterlässt auch im Internationalen Jugendgästehaus Dachau eine sehr große Lücke. Es liegt nun an uns, sein Vermächtnis fortzuführen und dafür zu sorgen, dass Antisemitismus und Rassismus nie wieder einen Platz in Deutschland haben. Wir werden das Gedenken an Max Mannheimer und andere, die in Konzentrationslagern gelitten haben, hochhalten.“ Dies sagte der Stiftungsvorsitzende, Ministerialdirektor Michael Höhenberger, bei einer Gedenkfeier der Akteure der Dachauer Erinnerungsarbeit für Max Mannheimer. Daher konnte er gemeinsam mit weiteren Vorstandsmitgliedern, Landrat Stefan Löwl und Oberbürgermeister Florian Hartmann, verkünden: „Das Internationale Jugendgästehaus in Dachau erhält den Namen Max-Mannheimer-Haus – Studienzentrum und Internationales Jugendgästehaus.“

„Ich komme als Zeuge jener Zeit, und nicht als Richter oder Ankläger“, mit diesem Satz reichte Mannheimer uns die Hand zur Versöhnung“, so beschreibt der Oberbürgermeister seine eigenen Begegnungen mit dem Ehrenbürger der Stadt. „Wir werden ihn uns als Vorbild nehmen.“

„Das Internationale Jugendgästehaus mit dem Max-Mannheimer-Studienzentrum bietet seit Jahren insbesondere jungen Menschen aus der gesamten Welt die Möglichkeit einer intensiven Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte“, ergänzt Landrat Stefan Löwl. Der Fokus liege dabei auf der Zeit des Nationalsozialismus und der besonderen Geschichte des Konzentrationslagers Dachau. Gemeinsam mit den weiteren Organisationen vor Ort werde man auch künftig daran arbeiten, dass die Zeit dieser Schreckensherrschaft nicht vergessen wird und sich alle Besucher ihrer Verantwortung für die Zukunft bewusst sind.

Hintergrund

Aus einem Internationalen Jugendzeltlager heraus war die Idee entstanden, eine Jugendbegegnungsstätte in Dachau zu errichten. Max Mannheimer hat diesen Gedanken beharrlich und mit Nachdruck gegen viele Widerstände aus Politik und Gesellschaft verfolgt. Über eine öffentliche Stiftung des Freistaates Bayern mit der Stadt und des Landkreises Dachau konnte diese realisiert werden. 1998 wurde das Internationale Jugendgästehaus Dachau eröffnet.

Das Gespräch mit vor allem jungen Menschen wurde für Max Mannheimer zu einer Lebensaufgabe. Bis zu seinem Tod am 23. September 2016 war der Holocaust-Überlebende als Zeitzeuge sehr geschätzt und gefragt. Max Mannheimer erfüllte das Jugendgästehaus Dachau mit Leben und gestaltete es als Mitglied des Stiftungsbeirats aktiv mit. Der pädagogische Bereich, das Max-Mannheimer-Studienzentrum, trägt seit dem Sommer 2010 seinen Namen.

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